Wir arbeiten gemeinsam mit der Heinz-Sielmann-Realschule an „alten Schätzchen“
Eichsfelder Tageblatt vom 02.04.2025
von Simon Enslin
Kooperation mit Mofa-AG „läuft wie geschmiert“

BBS-Schulleiterin Sabine Freese (v.l.n.r.), Schulleiter der Heinz-Sielmann-Realschule Stefan Hoppe, Jonatan Boetzel, Jay Dean Regin, Mobilitätsbeauftragter Tim Jago, Ann-Sophie Becker, Logan Gabriel Reiter, Fachpraxislehrer Thomas Sattler und Joel Pascal Schmidt.
Duderstadt.
Ketten fetten, Schutzklappen über die Kabelage legen und eigenständig den Ölwechsel durchführen: Für die Acht- und Neuntklässler der Mofa-AG der Berufsbildenden Schulen (BBS) und der Heinz-Sielmann-Realschule (HSR) in Duderstadt läuft es seit diesem Schulhalbjahr sozusagen wie geschmiert. Denn beide Schulen haben sich zu einer Kooperation zusammengeschlossen. Ein Besuch in der Werkstatt.
Vor zwei Jahren gründete die Heinz-Sielmann-Realschule die Mofa-AG, berichtet Schulleiter Stefan Hoppe. Hierzu kaufte die Schule mehrere motorisierte Fahrräder. Da umliegende Werkstätten schlossen, wurden Wartungen und Ersatzteilbeschaffungen der Zweiräder zunehmend schwierig. „Und da kamen wir ins Spiel“, sagt Sabine Freese, Schulleiterin der BBS. Genauer kam die BBS mit Thomas Sattler, Fachpraxislehrer im Bereich Fahrzeugtechnik, ins Spiel. „Durch seine Bereitschaft und Expertise ist es nun wieder möglich, die Mofas der Realschule zu warten und instand zu halten“, ergänzt Freese. Zudem könne so an der BBS das Interesse der Schüler geweckt werden. Laut Freese sei dies „eine optimale Gelegenheit der Berufsorientierung“.
Hoppe sieht in der Kooperation eine „Win-win-Situation“. Der Schulleiter der Heinz-Sielmann-Realschule sagt: „Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir unsere alten Schätzchen in der Werkstatt der BBS warten und reparieren dürfen.“
Einmal wöchentlich dreht sich alles um Mofas
Unter diesen Schätzchen befindet sich auch eine blaue Zündapp aus dem Jahr 1972, an der Jay Dean Regin und Jonatan Boetzel schrauben. „Ich bin immer an Mofas interessiert gewesen“, sagt Regin, während Boetzel die Düsen des Zweirades reinigt. „Meine ältere Schwester hat auch an der AG teilgenommen. Zu Hause haben wir noch ein Mofa in der Garage stehen“, erzählt Regin. Tim Jago ist Mobilitätsbeauftragter der HSR und kümmert sich gemeinsam mit Sattler um die Arbeitsgemeinschaft. „Wir bieten die AG einmal wöchentlich an. Die Schülerinnen und Schüler können über diese später auch den Mofa-Führerschein machen“, erklärt Jago. Nach Auskunft des Realschullehrers müssen die Schüler bei Prüfungsantritt 15 Jahre alt sein. „Der Mofa-Führerschein ist nicht verpflichtend, wenn man an der AG teilnimmt. Wer ihn machen möchte, zahlt über uns aber im Endeffekt deutlich weniger.“
Die Kosten für Unterrichtsmaterialien und die Benutzung der Mofas betragen 25 Euro pro Person. Dazu kommt die Prüfgebühr beim TÜV von 22 Euro. Probefahrten hierfür finden auf dem Schulhof der HSR statt.
Hier hat auch Ann-Sophie Becker ihre ersten Runden gedreht. Die Achtklässlerin sagt, sie habe sich damals über diese AG informiert. „Ich bin bereits dreimal gefahren und es hat großen Spaß gemacht“, ergänzt die 15-Jährige und befestigt eine Schutzkappe über der Kabelage eines roten Tomos-Mofas.
Wie Becker besuchen auch Joel Pascal Schmidt und Logan Gabriel Reiter den achten Jahrgang der Realschule. Während Schmidt bereits seit dem Start des aktuellen Schuljahres an der AG teilnimmt, stieß Reiter etwas später dazu. Beide hatten bereits vor der AG großes Interesse an Motorrädern. „Wir schrauben in unserer Freizeit bei meinem Cousin oder bei Freunden“, erzählt Schmidt. Reiter kann sich nach eigenen Angaben sogar ein Praktikum rund um die Zweiräder vorstellen. „Natürlich haben wir auch große Lust, mit den Mofas zu fahren“, sagt Reiter.